1. Welche Bedeutung messen Sie dem „Sport in Kaarst“ im gesellschaftlichen Konsens in unserer lebens- und liebenswerten Stadt zu?
Der Sport, ob individuell ausgeübt oder im Verein organisiert, ist ein zentraler Bestandteil unserer Gesellschaft. Viele Menschen versuchen im Sport in der vielfach wenigen Zeit, die neben Beruf und Familie bleibt, einen Ausgleich zu finden und sich fit zu halten. Es ist gut und wichtig, dass wir einen hohen Organisationsgrad in Kaarst in den Kaarster Sportvereine haben, die hier eine wichtige Arbeit leisten und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sorgen. Dafür gebührt Ihnen unser aller Dank.

2. Wie und wo sehen Sie die organisatorische Einbindung vom „Sport in Kaarst“ im Jahre 2025?
Der Sport muss immer eine starke Stimme haben, die gehört wird. Daher müssen und Stadtsportverband und die einzelnen Vereine bei den sie betreffenden politischen Prozessen immer gehört werden. Nur so funktioniert Demokratie. Wünschenswert ist eine enge Zusammenarbeit mit allen Schulen in Kaarst. Die fördert die Akzeptanz der Arbeit der Vereine und trägt gleichzeitig dazu bei, sowohl die Gesundheitsförderung der Kinder und Jugendlichen nachhaltig zu unterstützen als auch die Mitgliedschaft in den Vereinen dauerhaft zu sichern und auszubauen.

3. Wie und wo sehen Sie die infrastrukturelle Ausstattung vom „Sport in Kaarst“ im Jahre 2025?
Auch wenn immer wieder Sportanlagen erneuert und ausgebaut werden, so gibt es dennoch weiterhin diverse „Baustellen“, die angegangen werden müssen. Marode Sportanlagen müssen ertüchtigt werden. Die Hermann-Dropmann-Bezirksanlage muss fit für die Zukunft gemacht werden und im Zuge des Neubaus der Gesamtschule mit den umgebenden Anlagen als zentrale Sportstätte des Sports für Büttgen etabliert werden.
Zudem müssen die über 50 Jahre alten Umkleiden am Kaarster See durch einen Neubau ersetzt werden. Auch sollte die Tribüne überdacht werden.

4. Wie und wo sehen Sie das ehrenamtliche Engagement beim „Sport in Kaarst“ im Jahre 2025?
Das ehrenamtliche Engagement ist zentraler Baustein des Sports in Kaarst, ohne die vielen Ehrenamtler wäre vieles nicht möglich. Daher ist es aus meiner Sicht wichtig, die ehrenamtlichen Strukturen weiter zu stärken. Das sollte aus meiner Sicht nicht für nur für, sondern vor allem auch mit den Verantwortlichen erfolgen.

5. Welche Bedeutung hat der „Sport in Kaarst“ im Hinblick auf die Integration und die Inklusion?
Sport hat immer schon eine besondere inklusive und integrative Wirkung und leistet auch hier einen unverzichtbaren Beitrag. Denn hier kommen Menschen mit ganz unterschiedlichen Wurzeln zusammen. Sport ist häufig einer der Orte, wo Menschen unabhängig von der Herkunft oder dem individuellen Wohlstand zusammenkommen und sich begegnen und hat daher eine große soziale Wirkung. Darauf können alle stolz sein! Ausdrücklich zu begrüßen ist daher die Unterstützung des Projekts „Integration im Sport“. Die verschiedenen Möglichkeiten zur Integration auch künftig weiterzuentwickeln und darauf aufbauend den Dialog und das Miteinander zu vertiefen wird nicht allein Aufgabe des Sports sein, sondern muss auch durch die Stadt flankiert werden.

6. Welche Rolle spielt für Sie eine besondere Förderung von hiesigen leistungsorientierten Vereinen, die mit Sportlern und/oder Mannschaften in der deutschen Spitzenklasse (z.B. Bundesliga) vertreten sind?
Spitzenleistungen sind ein Aushängeschild und gleichzeitig Vorbild für den Nachwuchs, daher nehmen sie immer auch eine wichtige Rolle ein. Neben dem Breitensport erfüllen sie damit eine wichtige Funktion und machen unsere Stadt attraktiv und bekannt.
Gleichwohl sehe ich kommunale Sportförderung vorrangig im Bereich Breitensport, der eine große die Gesellschaft verbindende Funktion hat. Die Förderung des Spitzensports ist nicht Priorität der Kommunen. Vielmehr kümmern sich der Bund und auch das Land NRW mit entsprechenden Förderprogrammen darum, dass besonders talentierte Sportlerinnen und Sportler gefördert werden können.

7. Das Ehrenamt und die Übungsleiter sind das Rückgrat vom „Sport in Kaarst“. Welche Ansätze sehen Sie zur Stärkung und Förderung dieses Engagements?
Das Ehrenamt im Sport ist in der Tat das Rückgrat der Sportvereine. Ohne Übungsleiter*innen, Trainer*innen und Betreuer*innen läuft nichts. Diese Personen haben meine volle Anerkennung, denn sie opfern ihre Freizeit und leisten sehr viel für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mir ist wichtig, diese Leistungen besonders hervorzuheben. Für Übungsleiter*innen erkennt auch das Land NRW die hohe Bedeutung etwas durch entsprechende Förderungen für die Übungsarbeit an.

Selbstverständlich können die Ehrenamtler unter bestimmten Voraussetzungen die Vorteile der Ehrenamtskarte nutzen. Diese Karte kann beantragt werden, wenn seit mindestens einem Jahr eine bestimmte wöchentliche Stundenzahl an ehrenamtlicher Arbeit geleistet wird.
Bei beruflichen Auswahlverfahren werten die Arbeitgeber gerne die ehrenamtliche Tätigkeit als zusätzliche Qualifikation. Denn Ehrenamtler verfügen in der Regel über eine hohe soziale Kompetenz.

8. Ist Sport für Sie ein Stück Stadtmarketing?
Sport ist in einer Stadt auch immer Aushängeschild. Daher kann und soll Sport auch immer im angemessenen Rahmen eine Visitenkarte sein, darf aber gleichzeitig nicht durch die Politik vereinnahmt werden. Denn Sport ist immer etwas Verbindendes, das Freude macht, und darf nicht allein unter Leistungsgesichtspunkten gesehen werden, sondern muss immer auch ein Angebot für jede und jeden sein.

9. Der Spurt in den Mai, der Kaarst-Total-Lauf oder die EuropaCup-Turniere im Skaterhockey sind sportliche Kaarster Aushängeschilder. Wäre es nicht sinnvoll, die veranstaltenden Vereine im Hinblick auf die stetig steigenden organisatorischen, haftungsrechtlichen sowie finanziellen/steuerlichen Herausforderungen zu entlasten?
Es ist in der Tat wichtig, sportliche Aushängeschilder und gleichermaßen den Breitensport perspektivisch zu entwickeln. Kurzfristige Wahlversprechen vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie kann ich dabei natürlich nicht geben, sondern setze vielmehr auf ein ganzheitliches und langfristig tragbares Konzept.

10. Wie schätzen Sie die Auswirkungen von „Covid-19“ auf den „Sport in Kaarst“ ein und was gedenken Sie zu tun, um dem „Sport in Kaarst“ Hilfestellung zu leisten?
Leider wird auch der Sport auf absehbare Zeit unter COVID-19 leiden. Dank der Lockerungen ist Sport zwar wieder möglich, jedoch noch nicht im gewohnten Maße. So lange es noch warm ist, hilft in manchen Sportarten die Möglichkeit, unter freiem Himmel Sport zu treiben. Spätestens ab Herbst wird dies wieder schwieriger, auch wird die weitere Entwicklung der Infektionszahlen Einfluss nehmen.
Wie im Pakt für den Sport, der ja derzeit fortgeschrieben werden soll, bereits festgelegt ist, kann die finanzielle Unterstützung nur im Rahmen der Möglichkeiten des Haushalts erfolgen. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht absehbar, welche finanziellen Folgen die Pandemie für unseren städtischen Haushalt haben wird. Deshalb wäre es unseriös, mit Versprechungen, die möglicherweise nicht eingelöst werden können, um Wählerstimmen zu kämpfen.

11.Welche Rolle spielt Sport in Ihrem Leben?
Ich habe in meiner Jugend gern Fußball und ein wenig Tennis gespielt. Darüber hinaus bin ich seit vielen Jahren Fußballfan.

12.Welchen (Wunsch)Traum haben Sie bezüglich der Sportlandschaft in Kaarst für 2030?
Ich wünsche mir, dass die Anzahl der für den Sport zur Verfügung stehenden Anlagen in auch in 2030 erhalten werden kann und dass die Kaarster*innen weiterhin so sportbegeistert sind wie heute.

Wie zu Frage 3 bereits erläutert sehe ich nach dem Umzug der Gesamtschule in das neue Gebäude am Risges Kirchweg und Überplanung des bisherigen Schulgeländes eine moderne zukunftsgerechte Hermann-Dropmann-Bezirksanlage als zentrale Stätte des Sports für Büttgen.

Es ist außerdem immer schön zu sehen, wie viele Sportler*innen sich im Sommer für Aktivitäten im Stadtpark zusammenfinden oder im Vorster Wald joggen oder walken, die Feldwege für ausgiebige Fahrradtouren auch in der Freizeit nutzen. Diese Möglichkeiten sollen neben den übrigen festen Anlagen natürlich weiterhin bestehen bleiben.