In der vorliegenden Extremsituation wollen wir die Vereine in Kaarst informieren, unterstützen und finanzielle Schäden soweit wie möglich abwenden.

Die 18.300 Sportvereine in NRW inklusive den 44 Vereinen aus Kaarst werden einerseits durch Ehrenamt getragen, sie können aber auch ein großer Arbeitgeber sein. Sie arbeiten einerseits gemeinwohlorientiert, sind aber auch unternehmerisch tätig. Beides müssen wir im Blick behalten.

Für die zahlreichen aktuellen Fragen hat der Landessportbund NRW die zentrale Mailadresse vibss@lsb.nrw eingerichtet. Die dort eingehenden Fragen sind mitsamt Antworten in einem FAQ-Katalog unter www.lsb.nrw eingestellt. Weiterhin steht Ihnen bis auf Weiteres montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 0203 7381777 eine telefonische Beratung zur Verfügung.

Viele Fragen, die uns erreichen, drehen sich um das Thema „Finanzen“. Hier gilt es aus unser Sicht, folgende Aspekte zu beachten:

1. Mitgliedsbeiträge/Gemeinwohlorientierter Bereich
Im gemeinwohlorientierten, aus Beiträgen und Zuschüssen finanzierten Bereich appellieren wir an Mitglieder, Vereine und Verbände gleichermaßen: Zeigen Sie Solidarität! Dies gilt in alle Richtungen! Die Mehrzahl der Sportvereine ist existenziell auf Mitgliedsbeiträge angewiesen. An die Mitglieder appellieren wir, ihren Vereinen auch während einer möglicherweise längeren Phase ohne Vereinsbetrieb die Treue zu halten und ggf. sogar zusätzliche Beiträge für die Vereine zur Verfügung zu stellen, wenn diese in Schieflage geraten. Siehe hierzu auch den beigefügten Textbaustein für mögliche Schreiben der Vereine an ihre Mitglieder. An die Vereine appellieren wir umgekehrt, Beiträge zu stunden/zu erlassen, wenn die Vereinsfinanzen es zulassen. An die Verbände und Bünde appellieren wir, wo irgend möglich, Vereine von Gebühren und sonstigen Zahlungen zu entlasten.

2. Entlastung durch Kommunen
Bei den Kommunen werden wir uns dafür einsetzen, Vereine weitgehend von Gebühren zu entlasten. Hier ist zusätzlich die Stimme der Stadt- und Kreissportbünde vor Ort gefragt!

3. Selbständige/freiberufliche Übungsleiter*innen und Trainer*innen
Sie tragen einen wesentlichen Teil zum Vereinsbetrieb bei und sind oft sogar in mehreren Vereinen und zusätzlich bei kommerziellen Anbietern tätig. Mit dem abrupten Stopp des gesamten Sportbetriebs können solche Personen schnell in existentielle Bedrängnis geraten. Frau Staatssekretärin Milz verfolgt das Thema persönlich, damit der Sport bei der Bildung eines Schutzschirms für diesen Personenkreis nicht vergessen wird.

4. Unternehmerische Arbeit von Vereinen
Viele Vereine sind auch unternehmerisch tätig. Die Erlöse aus dieser Arbeit tragen dazu bei, den meist defizitären gemeinwohlorientierten Bereich zu stützen. Wir setzen uns dafür ein, dass diese Vereine bei den laufenden Plänen für Hilfsprogramme von Bund und Land wie jedes andere Unternehmen berücksichtigt werden.

5. Hilfsfonds für Härtefälle
Wir wissen aber, dass all das nicht ausreichen wird. Viele Vereine werden trotz der Solidarität ihrer Mitglieder in Schieflagen geraten. Deswegen benötigen wir zusätzliche öffentliche Hilfe, sowohl in Form eines Soforthilfefonds, als auch mit Blick auf die mittel- und langfristigen Folgen der Krise. Auch hierzu sind wir mit der Landesregierung im Gespräch und werden Sie unverzüglich informieren, wenn es neue Informationen gibt. Für eine erfolgreiche politische Vertretung benötigen wir konkrete Zahlen.

Hierfür wollen wir zwei Schritte gehen:

1. In einem ersten Schritt bitten wir Sie, kurzfristige erkennbare existenzielle Notlagen Ihrer Vereine an uns zu melden, und zwar an vereinsnotfall@lsb.nrw unter Angabe der Vereinsnummer. Bitte leiten Sie diese Adresse nach eigenem Ermessen auch an Ihre Vereine weiter. Wir werden die Rückmeldungen auswerten und zusammen mit der Landesregierung Hilfemöglichkeiten prüfen.

2. In einem zweiten Schritt wird es darum gehen, eine flächendeckende und detaillierte Erfassung vorzunehmen. An einem entsprechenden Erfassungssystem arbeiten wird.

6. Zahlungen des Landessportbundes an seine Mitgliedsorganisationen
Alle Zahlungen an unsere Mitgliedsorganisationen sind in der Ihnen bekannten Höhe unverändert geplant, siehe Anlage. Wir weisen darauf hin, dass wir bis heute bereits mehr als 4 Millionen Euro an Abschlagszahlungen geleistet haben, für die wir selbst seitens der Fördermittelgeber noch keine Zahlungen erhalten haben, also in Vorleistung gegangen sind!

7. Hauptberufliche Mitarbeiter*innen in den Mitgliedsorganisationen
Das Verbundsystem des organisierten Sports in NRW ist mit mehr als 2400 Beschäftigten auch ein großer Arbeitgeber. Einige Mitgliedsorganisationen, darunter besonders die mit Sportschulen/Tagungshäusern etc. werden wie wir Teile der Belegschaft in Kurzarbeit schicken müssen. Hierzu hat uns unser Spruchkammervorsitzender Herr Dr. Osnabrügge dankenswerterweise auf den Sport zugeschnittene Informationen zur Verfügung gestellt, die wir unserem Schreiben ebenfalls als Anlage beigefügt haben.

8. Verlängerung von Nachweisfristen
Um die Verwaltung unserer Mitgliedsorganisationen zu entlasten, verlängern wir die am 29.02.2020 abgelaufene Frist für die Verwendungsnachweise 2019 in der
– Struktur- und Organisationsförderung der Stadt- und Kreissportbünde,
– Struktur- und Organisationsförderung der Sportdach- und Sportfachverbände,
– Struktur- und Leistungssportförderung der Sportdach- und Sportfachverbände
– Förderung der Verbandsschulen

bis zum 30.06.2020. Wir sind mit der Landesregierung über weitere Verwaltungserleichterungen im Gespräch.

Bildquelle: Stadt Karst